... hinten besser nie.

Wer einmal im Porsche 911 das Gaspedal streicheln durfte, erinnert sich zeitlebens an das Tosen des Boxers, seine unbändige Kraft und an die fast unendlichen Leistungsreserven. Ein Traum auf Rädern - doch der kann rasend schnell in den Ruin führen, auch wenn es Elfer gelegentlich für wenig Geld gibt. Doch darunter verstecken sich oft schlecht reparierte Unfallautos und billig flottgemachte Fünfthand-Wagen. Wer dabei nicht einen kühlen Kopf bewahrt, sitzt rasch in einer Investitionsruine. Dabei ist der Unterhalt das kleinste Übel. Vollkasko-Typen sind allerdings bei den Versicherungen beliebt - findet man denn eine, die neben der Hausratversicherung ein echtes Risiko einstufen möchte.

Eine Klasse für sich bleibt der 911 auf jeden Fall. Echte Fans lassen nur die Luftgekühlten gelten. Danach kam der Wasserbüffel. Heiser und mächtig zugleich, klingt der Boxer mit sechs Zylindern, egal ob Luft oder Wasser für die Kühlung sorgen. Macht schon der eigentliche Klang süchtig, wohnt man zum Start mit Turbo und Sportauspuff besser ohne Nachbarn und läßt sich auch sonst nicht erwischen.

Der Fahrspaß hält auch jenseits fünfstelliger km-Stände an. Allerdings klappern bei den Alten gelegentlich die Steuerketten und das Zweimassenschwungrad kapitulierte dann bei den Späteren. Am Ölverlust des Boxers hat sich nie viel gebessert. Besonders nach Vollgasfahrten hat sich so mancher oft gründlich nass gemacht. Das Abdichten des geteilten Kurbelgehäuses ist aufwendig, teuer und selten von Dauer. Manchmal muß sogar ein ganzer Motor ersetzt werden, weil ein Wellendichtring immer wieder versagt.

Die Kupplung führt entweder zu einem dicken Oberschenkel - oder Fun pur. Verschleiß und Kosten sind, bedingt durch Fahrspass und Sportkräfte, durchaus angemessen. Bleiben noch die Wärmetauscher. Bei Porsches Volkswagen, dem Käfer, waren die Kosten für einen Austausch seiner Zeit bemerkenswert. Heute erfrischt der Listenpreis für einen Klappenauspuff und die Warmwasserheizung funktioniert fast immer.

Bevor es aber dazu kommen kann, gilt es ein gutes Stück zu finden. In jedem Fall mit allen Rechnungen zu den Stempeln in dem hoffentlich vorhandenen Scheckheft. Wie sollte man die Wartungshistorie von einem scheckheftgepflegten Porsche sonst auch glauben können. Solide Exemplare liegen zwar deutlich über Liste, doch dafür steht auch - fast immer - nicht sofort der erste Termin in der gefürchteten Werkstatt an.

Ungeliebt war er nie. Knapp zwei Drittel aller je gebauten Porsche erfüllen immer noch einen Lebenstraum und bringen

... nicht nur Männer zum Träumen.

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